Bericht: Leben retten mit Defibrillatoren

Leben retten mit Defibrillatoren

(Trierischer Volksfreund vom 10. August 2010)

Immer mehr Gemeinden in Kreis schaffen sich Defibrillatoren an. Die medizinischen Geräte helfen mit gezielten Stromstößen, ein Herzkammerflimmern in einen normalen Herzschlag zu überführen und können so den plötzlichen Herztod vermeiden.

BERNKASTEL-Wittlich. Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Der plötzliche Herztod ist die häufigste Todesursache in der westlichen Welt und wird meist durch Herzkammerflimmern verursacht. Je schneller dann reagiert wird, umso größer sind die Überlebenschancen.

Bis der Rettungsdienst eintreffen kann, vergehen einige Minuten. Wenn dann ein Helfer mit Defibrillator schneller vor Ort ist, kann das Leben retten.

„Es reicht jedoch nicht aus, nur den Elektroschock abzugeben“ betont Kreisausbildungsleiter des DRK, Peter Langer. „Der Helfer muss auch reanimieren können.“ Dazu gehören Herzdruckmassage und Atemspende.

Gemeindlich finanzierte Defibrillatoren sind an den unterschiedlichsten Standorten deponiert. Neben Feuerwehren, Sportstätten und öffentlichen Gebäuden wurden einige an First Responder übergeben. Das sind in Erster Hilfe und Sanitätsdienst geschulte Personen, die gleichzeitig mit dem Rettungsdienst von der Leitstelle alarmiert werden. Diese ehrenamtlichen Helfer sind in der Regel schneller am Ort des Geschehens, da sie in der Nähe wohnen.

Seit sechs Jahren sind Lotte Stüttgen und ihre Tochter Nina Benz First Responder. Sie sind für ihren Wohnort Burgen und drei benachbarte Gemeinden zuständig. Seit über zwei Jahren haben sie für ihren Dienst am Nächsten einen Defibrillator. Den hat die Bürgerstiftung Bernkastel-Kues zur Verfügung gestellt.

Die Bürgerstiftung informiert jede Woche über die Standorte der 15 Defibrillatoren, die in der Stadt und Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues stationiert sind.

Vor drei Jahren hat die Gemeinde Hetzerath einen Defibrillator angeschafft. Das Gerät wurde an den First Responder Uwe Gansen übergeben. „Unser Defibrillator kommt jedes Jahr drei bis vier Mal in Einsatz“, weiß Uwe Gansen zu berichten. „Wir haben damit Leben gerettet.“

Die Gemeinde Klausen hat vor kurzem ebenfalls einen Defibrillator gekauft. Laut Ortsbürgermeister Alois Meyer dient das Gerät nicht nur zum Schutz der Klausener Bürger, sondern auch der vielen Wallfahrer. Am 28. August findet um 15 Uhr im Saal Eberhardsklause eine Einweisung in das Gerät für alle Interessierten statt. Ergänzt wird diese Schulung durch einen Erste-Hilfe-Kurs, der im Winter angeboten wird. Der Defibrillator wird im rund um die Uhr zugänglichen Foyer der Sparkassen-SB-Stelle in Klausen installiert.

(fsc)

Herzdruckmassage, Beatmung und ein bereit liegender Defibrillator: Die First Responder Nina Benz und Lotte Stüttgen aus Burgen führen am „Patienten“ David Benz vor, wie vorbildliche Erste Hilfe aussieht. TV-Foto: Frank Schmitt

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