Bericht: Die Ärmel werden hoch gekrempelt

Die Ärmel werden hoch gekrempelt

(Trierischer Volksfreund vom 05./06. August 2006)

Der Werbeprospekt ist da: Die Bürgerstiftung Bernkastel-Kues geht in die Offensive

BERNKASTEL-KUES. Ende vergangenen Jahres nahm die Bürgerstiftung Bernkastel-Kues ihre Arbeit auf. Das Stiftungskapital von 87 000 Büro ist seither – ohne viel Werbung – bereits um 7500 Euro vermehrt worden.

Der Mann auf dem Foto des Werbeprospekts krempelt die Ärmel hoch. “Machen Sie Unmögliches möglich” steht darunter geschrieben.

Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, hält einen Packen dieser Flyer in der Hand. 7000 Stück davon hat er drucken lassen. Hangert persönlich wird sie in den kommenden Tagen und Wochen in Apotheken, Arztpraxen, bei Friseuren und in Geschäften in der VG Bernkastel-Kues auslegen. “Überall da wo Publikum und Bürger sind”, erzählt er. Dazu zählt auch das kommunale Kino, in dem ein Spot zu sehen sein wird, und auch die Geschäftsstelle des Trierischen Volksfreund in Bernkastel-Kues. Mit dem Flyer weist Hangert auf die Bürgerstiftung Bernkastel-Kues hin, die er Ende 2005 ins Leben rief.

Die Stiftung verfolgt zwei Ziele: 1. In den Bereichen Jugend- und Altenhilfe, Bildung und Ausbildung, Kunst und Kultur, Natur- und Denkmalschutz, Heimat- und Kulturpflege sollen regionale Projekte initiiert und .gefördert werden, sofern sie finanzieller Unterstützung bedürfen. 2. Die Bürger sollen motiviert werden, sich ehrenamtlich in der Bürgerstiftung oder bei einzelnen von ihr unterstützen Projekten zu engagieren, um das Gesicht der Kommune demokratisch und aktiv mitzugestalten.

In den vergangenen Monaten hat Hangert die organisatorischen Strukturen für die Stiftung gelegt beziehungsweise vervollkommnet. Dazu gehört in erster Linie der Flyer. “Jetzt kann die Arbeit richtig losgehen”, freut sich Hangert. Den Flyer hat übrigens der Grafiker Thomas Lutz kostenlos gestaltet. Auch für den Druck musste Ulf Hangert nichts bezahlen. Auch wenn die beschriebenen zwei Stiftungsziele sich momentan nicht so anhören: Es geht natürlich in erster Linie darum, das Stiftungskapital (87 000 Euro), das Firmen, Banken und Privatleute aufbrachten, zu vermehren. Nur aus den Zinsen dieses Kapitals können Aktionen oder Projekte gefördert werden. Es sei denn, jemand deklariert den Betrag ausdrücklich als Spende.

Seit der Gründung der Stiftung hat sich das Stiftungskapital bereits um zirka 7500 Euro erhöht. Für Hangert ein ermutigendes Zeichen, denn bisher gab es kaum Öffentlichkeitsarbeit und schon gar keine öffentlichkeitswirksamen Aktionen.

Doch das soll sich ändern. “Ende September wird der Vorstand über konkrete Projekte sprechen”, sagt Hangert. Damit einher gehen könnte ein Ideenwettbewerb, zu dem alle Bürger der VG Bernkastel-Kues aufgerufen werden. Ziemlich sicher ist, dass die Jugend von den ersten Projekten profitiert.

Es gehe nicht darum, dass nun einige Firmen oder Privatleute mit Riesensummen einsteigen, betont Hangert. “Es geht um Beträge von zehn, 20 oder 50 Euro”, sagt er. “Es geht darum, dass sich möglichst viele Leute mit solchen Beträgen beteiligen.”

Auch wenn die Jugend die erste Zielgruppe ist: Eine Gesellschaft besteht aus verschiedenen Altersgruppen. Das wird auch in dem Flyer bildlich dokumentiert: Eine kleine Hand umgreift den Finger einer großen Hand. Dahinter steckt Hangerts Wunsch nach einer intakten Gemeinschaft. “Die Generationen geben sich die Hand”, sagt er.

(Redakteur CLEMENS BECKMANN)

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